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Jagdinformation


Mond am 08.02.2012
Abnehmender Mond
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Mittwoch, 22.02.2012
Nächster Vollmond:
Donnerstag, 08.03.2012

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Ich entstamme einer Jägerfamilie


Wer sich eingehender über die Jagd in Moritzburg informieren möchte, kann weitere Informationen auch auf der Internetseite www.jagen-gehen.de erhalten.

Das Haus Wettin, dem ich angehöre, regierte 829 Jahre in ständiger Folge in der Mark Meißen und später im Kurfür­stentum und Königreich Sachsen.

In dieser langen Zeit blicken die Wettiner auch auf eine große Jagd-Tradition zurück. Ihr Ruf als besonders gute Jäger war im ganzen Reich verbreitet. Schon im Jahre 1350 verlieh der Kaiser dem Markgrafen von Meißen, Friedrich dem Strengen, das Erzjägermeister­amt des Heiligen Römischen Reiches. Damit war der säch­sische Regent der erste und höchste Jäger des Reiches. Sein besonderes Recht war: »Auf aller anderen Herren Wild­panne (Wildbahn) mit seinen Jägern und Hunden zu fol­gen, wenn er wollte, und auf seiner Wildpanne sollte des­selben Folge niemand haben.« Mit anderen Worten, der Erzjägermeister hatte das Recht, überall zu jagen, wo er wollte, im ganzen großen Reich.

Als Friedrich der Streitbare, der erste Kurfürst aus meinem Hause, 1417 am Konzil von Costnitz teilnahm, betonte er seine Würde als Erz Jägermeister in besonderer Form, in­dem er sich beim feierlichen Einzug verschiedenartige Jagdfalken voraustragen ließ. August der Starke wurde im Jahre 1708 durch Kaiser Jo­seph als Erzjägermeister bestätigt, und 1800 verzichtete sein Urenkel, Kurfürst Friedrich August III., freiwillig auf die Ausübung der Jagd außerhalb seines Herrschaftsberei­ches. Somit hatten die Regenten aus meinem Hause genau 450 Jahre die höchste jagdliche Würde im Reiche inne.

Im frühen und späteren Mittelalter war der größte Aus­druck des fürstlichen Waidwerks die Jagd zu Pferde mit Falken. Ende des 15. bis Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Technik der Armbrust wesentlich verbessert; in diese Zeit fielen die eingestellten Jagden und Wasserjagden, die in Sachsen besonders gebräuchlich waren und die Cranach der Ältere gemalt hat. Die sächsischen Kurfürsten der Zeit waren als besonders treffsichere Schützen mit dieser Waffe bekannt. Ein bemerkenswerter fürstlicher Waidmann der Mitte des 16. Jahrhunderts war Kurfürst August, vom sächsischen Volk »Vater August« genannt. Sein besonderes Interesse galt der Bejagung starker Hirsche in der freien Wildbahn. Er war durchaus den damaligen Jagdsitten abhold: Sie be­standen im Massenabschuss meist eingefangenen Wildes in der Residenz. Kurfürst August bejagte den Hirsch in der Brunft. Da sein Jagdgebiet ungeheure Flächen umfasste und er darauf Wert legte, nur die stärksten Rothirsche zu erlegen, so richtete er ein besonderes Meldesystem ein. Alle Förster und Jäger mussten über die stärksten Hirsche be­richten, und zwar auf haltbaren Pergamentzetteln. Darauf war zu melden: Endenzahl des Hirsches, Stärke, Revier, Einstand und Besonderes. Diese Zettel wurden durch Rei­ter nach Dresden gebracht, anhand derselben orientierte sich der Kurfürst über die stärksten Hirsche seines Jagd­bereichs. Dann fasste er seine Entschlüsse.

Ich habe eine ganze Sammlung dieser Berichte im Haupt­staatsarchiv in Dresden gefunden. Das gleiche Interesse hatte Kurfürst Christian II., der zwei Kapitalhirsche erlegte, die im Moritzburger Speisesaal hängen. In jeder Generation meiner Familie gab es leiden­schaftliche Jäger. Nach dem unglücklichen Ausgang des Krieges von 1813 verlor Sachsen über die Hälfte seines Be­sitzstandes, und der König büßte dabei auch sehr nennens­werte Jagdgebiete ein, darunter die große Annaburger Heide mit dem Jagdschloss Annaburg, dem Lieblingsrevier der sächsischen Kurfürsten. Bei der Verfassungsgebung in Sachsen verzichtete der Kö­nig freiwillig auf seinen gesamten persönlichen Grundbesitz zu Gunsten des Staates. Die Jagd in bestimmten Forstrevieren wurde dann vom König für eine niedrige Pachtsumme gepachtet. Der gesamte Hofjagdbetrieb unterstand dem Oberhof­jägermeister.